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Das verhasste M-Kennzeichen am Spitzingsee

Aktualisiert: 14. März 2022

Es ist wie in einer Netflix-Horrorserie: Kaum erspähen Einheimische ein Fahrzeug mit diesem oberarroganten Buchstaben "M" auf dem Nummernschild, schon brechen sie schreiend und mit Schaum vorm Mund zusammen.


Als Münchner kannst du dich zurzeit im Oberland nirgendwo mehr blicken lassen. Es ist wie in einer Netflix-Horrorserie: Kaum erspähen Einheimische ein Fahrzeug mit diesem oberarroganten Buchstaben "M" auf dem Nummernschild, schon verdrehen sie die Augen und brechen schreiend und mit Schaum vorm Mund zusammen.


Der Münchner Merkur berichtete neulich groß, ein Passant habe in Garmisch vor einem M-Fahrzeug ausgespuckt. Als die SZ am Neujahrsmorgen die Stimmung in der Krisenregion sondierte, machte eine Telefonistin sogleich ihrem Ärger Luft: Sogar die Seitenstraßen seien von Münchnern schon wieder so zugeparkt, "dass es der Sau graust". Der Miesbacher CSU-Landrat Olaf von Löwis richtete wegen der kilometerlangen Staus zum Spitzingsee eine melodramatische SMS an Ministerpräsident Markus Söder: "Bei uns ufert der Tagestourismus aus. Es brennt wirklich."

Wirklich rätselhaft bleibt freilich auch, warum es die Ms ausgerechnet zum Spitzingsee zieht. Vielleicht haben sie alle zu Weihnachten den gleichen Skitourenführer geschenkt bekommen. Gäbe es eine Wahl zum hässlichsten Alpensee, der Spitzingsee rangierte mit Sicherheit unter den Top Ten. Sein Ostufer besteht aus Teerflächen und Hotels, das Westufer ist so pittoresk wie der Wasserskipark Aschheim. Dann lieber gleich in der Stadt bleiben und die Maximilianstraße rauf- und runterspazieren. Da ist gerade viel Platz, weil die ganzen Oberlandler mit ihren Range Rovern und Jägerporsches daheim sitzen, wo sie am Kachelofen über die Münchner herziehen. Die einen sollen nicht aus der Stadt rausfahren, die anderen bloß ja nicht reinfahren.

Weil das Gemaule über die Ausflügler ins Feindselige umschlägt, haben sie im Landkreis Bad Tölz sogar eine Imagekampagne gestartet. "Charmant miteinand" lautet der Titel. Darin wird dezent darauf hingewiesen, dass in der Region mehrere tausend Arbeitsplätze am Tourismus hängen. Trotzdem kommt es schlecht an, wenn die Ms mit ihren Autos überall auf den Wiesen parken. Vielleicht sollten sich die Münchner mal für ein paar Wochen verdünnisieren, im buchstäblichen Sinne. Bayern bietet genügend Platz für Ausflügler. Es gibt Regionen, da ist das M auf dem Nummernschild noch willkommen.


aus SZ Magazin vom 01.01.2021. eine Glosse von Sebastian Beck

 
 
 

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Über mich:

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Für mich ist das Outdoor-Leben eine ständige Entdeckungstour, sowohl im Äußeren als auch im Inneren. Diese Leidenschaften – Bergwandern, SUP und Reisen – sind nicht nur Hobbys, sondern die Art und Weise, wie ich die Welt erlebe und lebe.

​Ich lade dich ein, mit mir auf diese Reise zu gehen und vielleicht die ein oder andere Touridee selbst zu wagen.

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